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Neustadt – Gentechnikfreie Zone?!

Zurzeit wird unter Beteiligung der Bürger und Bürgerinnen die Zielkonzeption für die zukünftige Entwicklung unserer Stadt erarbeitet. Vom Stadtrat verabschiedet, wird sie eine wichtige Grundlage für die weitere Kommunalpolitik bilden.

Alle zukünftigen Aktivitäten sollen damit vereinbar sein. Übergeordnetes Ziel ist dabei die Nachhaltigkeit der Stadtentwicklung, also so zu leben und zu wirtschaften, dass die Lebensgrundlagen für die zukünftigen Generationen bewahrt werden. Zentrale Bedeutung hat deshalb der Schutz der Landschaft und Umwelt.

Im Entwurf für den Bereich Wirtschaft wurde jedoch im Widerspruch dazu u.a. das Ziel formuliert, sich, unter Bezugnahme auf die in Mußbach ansässige RLP Agro Science GmbH, zum führenden Standort für "Biotechnologie" im Raum Rhein-Neckar zu entwickeln. Denn eines der beiden unter dem Dach dieser Gesellschaft zusammengefassten Institute ist die Alplanta (vormals Centrum Grüne Gentechnik).

Aktuell:
26.9.2006: Das Bündnis Gentechnikfreie Zone Neustadt übergibt 2.930 gesammelte Unterschriften an den Stadtrat.
Bedauerlicherweise lehnt der Stadtrat den Antrag der Grünen ab, den Text der Stadtkonzeption bzgl. der Grünen Gentechnik in Neustadt zu ändern.
21.9.2006: Der Verbandsgemeinderat Deidesheim hat eine Resolution gegen den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen im Bereich der Verbandsgemeinde verabschiedet.
>> Rheinpfalz-Artikel vom 25.9.2006
17.9.2006: Trotz Regenwetters demonstrierten 350 Menschen auf dem Neustadter Marktplatz "für Bio - gegen Genfood"
>>Fotos

Was ist "Grüne" Gentechnik?

Als "Grüne" oder Agro-Gentechnik wird die Einbringung fremder Gene in Pflanzen bezeichnet.

Diese fremden Gene können von anderen Pflanzenarten, aber auch von Bakterien, Viren, Tieren oder dem Menschen stammen. Um diese Gene in das Erbgut der Pflanze einzufügen, werden meist pflanzenbefallende Viren (oder Teile davon) verwendet. Es entstehen so genannte transgene Organismen, die Genmaterial aus verschiedenen Spezies enthalten:
1. das "gewünschte" Gen, welches beispielsweise die Resistenz gegen ein bestimmtes Herbizid verleihen soll,
2. aber auch Teile des Virusgenoms, welches als "Gen-Fähre" verwendet wurde, sowie oft
3. Resistenzgene gegen bestimmte Antibiotika, die zur Selektion der erfolgreich genmanipulierten Pflanzen benötigt werden.

Gefahren für Gesundheit und Umwelt

Die Auskreuzung der genveränderten Pflanzen (GV- Pflanzen) ist nicht zu verhindern. Ein Nebeneinander von gentechnikfreier, konventioneller Landwirtschaft, Bio-Landwirtschaft und Gentech-Produktion ist deshalb auf die Dauer unmöglich.

In Kanada ist z.B. ein gentechnikfreier Bio-Rapsanbau heute schon nicht mehr zu gewährleisten. In Mexiko sind inzwischen viele der traditionell angebauten Landsorten mit dem Erbgut des GV-Mais verseucht, obwohl der Anbau von GV-Mais bereits 1998 verboten wurde.

Zudem kann die Resistenz gegenüber bestimmten Herbiziden auf die eigentlich zu bekämpfenden Ackerunkräuter übertragen werden. Durch die zunehmenden Resistenzen dieser Kräuter ist der Pestizideinsatz beim Gen–Anbau inzwischen in den USA um 11,5% höher, in Argentinien im Sojaanbau um 100% höher als im normalen konventionellen Anbau.

Die Gentechnik ist eine Wissenschaft in den Kinderschuhen. So lässt sich weder steuern noch exakt feststellen, wo die eingebrachten Gene in die DNA eingebaut werden. Resultat und Folgen einer gentechnischen Manipulation sind also nicht vorhersehbar. So zeigten Versuche, dass Erbsen, denen zum Schutz vor Schädlingen das Gen einer Bohne eingesetzt wurde, bei Verfütterung an Mäuse Lungenentzündungen hervorriefen. Weitere Beispiele im Tierversuch sind das Auftreten von Schleimhautschäden bei Fütterung mit GV-Tomaten, Darmveränderungen bei GV-Kartoffeln oder Blutbild- und Nierenveränderungen bei GV-Mais.

Für Allergiker stellen GV-Pflanzen eine besondere Gefahr dar, da artfremde Gene in normalerweise gut verträglichen Nahrungsmitteln die Informationen für Allergene tragen können. Aus diesem Grund musste z.B. die GV-Futter-Mais-Sorte StarLink in den USA wieder vom Markt genommen werden.

Die DNA der GV-Pfanzen ist als Folge der Manipulation instabil. In Versuchen wurde eine 30mal höhere Übertragungsrate als bei natürlichen Genen festgestellt. Es muss deshalb davon ausgegangen werden, dass sich durch horizontalen Gentransfer die transgenen Konstrukte unkontrolliert in die Genome anderer, auch artfremder, Organismen auskreuzen - mit nicht vorhersehbaren Folgen. Nach Fütterungsversuchen mit GV-Pflanzen wurden sogar in den Föten schwangerer Mäuse die Fremd-Gene nachgewiesen!

Das ursprünglich natürliche Toxin des Bacillus thuringensis, welches z.B. jetzt von dem transgenen Bt-Mais produziert wird, ist nicht nur in den pflanzlichen Zellen selbst enthalten (wo es vor Maiszünslerbefall schützen soll), sondern wird von den Maiswurzeln auch in großer Menge an den Boden abgegeben. Hier schädigt es Bodenlebewesen und kann auch von anderen Bacillus-Arten aufgenommen werden, wobei neue Bakterien mit völlig unbekannten Eigenschaften und Auswirkungen auf die Bodenfruchtbarkeit entstehen können.

Geht das sogenannte Terminator- oder Selbstmord-Gen, das die Weitervermehrung des GV-Saatguts verhindern soll, auf andere Nutz- und Wildpflanzen über, könnte es das Aussterben ganzer Arten verursachen.

Diese Risiken bestehen auch für GV-Pflanzen, die zur Herstellung von Medikamenten konstruiert und genutzt werden sollen. So wurde z.B. ein Protein des AIDS-Virus in eine GV-Maissorte eingebaut.

Im Zuge der gentechnischen Manipulationen werden zudem ständig gänzlich neue Bakterien- und Virenstämme geschaffen. Es besteht die konkrete Gefahr, dass dadurch und durch die bisher häufig eingebauten Antibiotikaresistenzen auch neue, für den Menschen und unsere Umwelt hochgefährliche Krankheitserreger entstehen.

Gentechnik ein todsicheres Geschäft

Die Gentechnik-Industrie bietet keine Sorten mit dauerhaft höheren Ertragsaussichten für die Landwirte an. Mit den versprochenen höheren Erträgen sind die Gewinne der sieben globalen in der Gentechnik aktiven Konzerne gemeint. Gentechnisch veränderte Pflanzen unterliegen dem Patentrecht. Für ihren Anbau ist von den Bauern eine jährliche Lizenzgebühr zu entrichten. Ein Nachbau, d.h. die Verwendung eines Ernterestes als Saatgut im Folgejahr ist nicht erlaubt. Monsanto, der größte und am aggressivsten auftretende Konzern der Branche, fordert selbst von Landwirten, deren Saatgut, Felder und Ernte durch GV-Pflanzen verseucht wurden, Lizenzgebühren.

Zusammen mit dem GV-Saatgut muss der Landwirt zudem auch noch das dazu passende Pestizid kaufen. Außerdem bedarf es evtl. zusätzlich noch eines speziellen Düngers und eines zusätzlichen Pestizids für die inzwischen resistenten Unkräuter. Die Landwirte werden in eine Abhängigkeit geführt, aus der sie kaum noch ausbrechen können.

"Wir wollen die Lebensmittelerzeugung in den Griff bekommen, vom Acker des Bauern bis zum Teller des Verbrauchers, ..." so der ehemalige Monsantochef Shapiro.

Gentechnik:
- eine Gelddruckmaschine, letztendlich über den Preis gefüttert von den Verbrauchern.

Dieselben Verbraucher sollen in ihrer Eigenschaft als Steuerzahler auch noch für die unkalkulierbaren möglichen wirtschaftlichen Schäden und Folgekosten im Falle eines Falles eintreten. Kein Versicherungsunternehmen ist bereit, die oben genannten Risiken der "Grünen" Gentechnik zu versichern. "Grüne" Gentechnik - ein todsicheres Geschäft, das die Gewinne privatisiert, aber die Risiken vergesellschaftet.

Darüber hinaus bedroht die Grüne Gentechnik weit über hunderttausend Arbeitsplätze allein in der Bio-Lebensmittelwirtschaft, eine der wenigen Wachstumsbranchen der letzten Jahre.

Warum gentechnikfreie Zone?

Die "Grüne" Gentechnik steht in massivem Widerspruch zur Nachhaltigkeit. Neustadts touristische Attraktivität, sowie die des Naturparks Pfälzer Wald werden hierdurch beeinträchtigt. Darüber hinaus lehnt der überwiegende Teil der Bevölkerung und die Mehrzahl der Landwirte Gentechnik in Lebensmitteln ab.

Gentechnisch veränderte Pflanzen sind nicht rückholbar! Es handelt sich um lebende, vermehrungs- und veränderungsfähige Organismen, die auch mit noch so großem Aufwand nie wieder aus der Umwelt entfernt werden können. Sollen wir zukünftigen Generationen dieses Erbe hinterlassen?

Das "Neustadter Bündnis Gentechnikfreie Zone" fordert deshalb den Stadtrat dazu auf, Neustadt an der Weinstraße zur Gentechnikfreien Stadt zu erklären –wie dies bereits in über 160 Regionen und tausenden Gemeinden und Kreisen in Europa geschehen ist. Außerdem darf es keine weitere Förderung und Stärkung der "Grünen" Gentechnik in Neustadt geben. Beteiligen auch Sie sich an der Unterschriftensammlung hierfür!

Bitte unterstützen Sie uns, verbreiten Sie dieses Info weiter und sammeln Sie Unterschriften. Alle, die den Stadträten zu diesem Thema Ihre Meinung sagen möchten, finden die Adressen unter http://www.neustadt-weinstrasse.de, dort Suchbegriff: "Stadtrat:" eingeben.

Weitere Informationen zum Thema Gentechnik:

Neustadter Bündnis Gentechnikfreie Zone:
Abraxas Naturkost, A&D Ökologistik, Agenda 21 ev.Kirche, Antiquitäten Eidel, Attac Neustadt, Biolandhof Naumer, Bioland-Metzgerei Korschelt, Biolandwinzer Schwarztrauber, Biolandwinzer Stortz-Nicolaus, Bio-Marktstand Martinshof, Bio-Marktstand SOI, BUND Neustadt, Confiserie Michel, Camphill Lebensgemeinschaft Königsmühle, Die Grünen KV Neustadt, Eine-Welt Laden, Heidehof Lichti, Hevre´s Creperie, LAUS Umweltanalytik, Quodlibet Buchhandlung, Reformhaus Tamme, Schreinerei Baum, Schreinerei Dury, Schreinerei Grund, SlowFood Convivium Pfalz, Tai Chi Schule Haber, Wespe e.V., Wespennest e.V., Wirtshaus Konfetti, Xylos Biofachmarkt.

Kontakt über Abraxas Naturkost, Friedrichstraße 35, 67433 Neustadt
V.i.s.d.P.: Achim Bertsch
Spendenkonto: Markus Fricke
Ktnr: 20 22 103 80, BLZ 550 905 00, Sparda Bank Südwest – Verwendungszweck: Gentechnikfreie Zone


Diese Seite wurde zuletzt geändert am 26.9.2006.
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